Marionette erwacht
von Evienna E. Aigner
Noch ein wenig geblendet von der starken Bühnenbeleuchtung blinzelte Evita umher und schnupperte die trockene Luft im Raum. Sie sah ihre Kameraden, die ihre Glieder kraftlos hängen ließen und stumm wie Fische waren.
Evita war eine Marionette. Im Marionettentheater gab es viele Marionettenfiguren. Einige kannte sie, weil sie mit ihnen schon öfters auf der Bühne gewesen war.
Gedankenverloren starrte sie regungslos in den dunklen Raum.
Lichter gab es ja nur auf der Bühne.
Ihren Herrn Puppenspieler, den mochte sie eigentlich sehr gerne, aber manchmal war er auch sehr hektisch, wenn Evita nicht gleich die Bewegungen so ausführte, wie er es wollte. Er zog in solchen Momenten die Fäden sehr ungeduldig hin und her und Evita hatte gar keine Freude daran.
Gestern war wieder mal so ein Tag. Herr Puppenspieler war sehr unfreundlich und nervös. Das machte sich bei Evita so bemerkbar, dass sie nicht so tanzen konnte, wie er es gerne hätte und es passierte, wie in solchen Situationen schon öfters, dass sich die Fäden verhedderten.
Es schien dann so, als würde man nicht wissen, wer wen führt. In seinem Zorn ermahnte er Evita mit den Worten: „Du bist meine Marionette und hast das zu machen, was ich will und wenn du nicht gehorchst, tausche ich dich aus.”
Evita hörte so was gar nicht gerne aber es gab ihr zu denken ... |
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